Vereinsfeste sicher feiern                                                                                                                            

 

Vortragsangebot:

Feste sicher feiern- Lebensmittelhygiene und Lebensmittelsicherheit bei Vereinsfesten

Zufriedene Gäste, die fröhlich schlemmen - welcher Gastgeber sieht das nicht gern? Werden die Festgäste jedoch nach dem Genuss der Speisen von Bauchweh, Übelkeit oder Schlimmerem geplagt, wird es unangenehm für den Veranstalter. Bereits kleine Nachlässigkeiten im Umgang mit Nahrungsmitteln können ernste Folgen in Form von Lebensmittelinfektionen oder gar Lebensmittelvergiftungen haben. Das gilt für Feste im Familien- oder Freundeskreis, besonders brisant wird es aber bei Vereins- und Straßenfesten, wo eine sehr große Gruppe von Menschen betroffen ist.

Lebensmittel bedingte Krankheiten nach Vereinsfesten sind keine Seltenheit. Deshalb hat sich der Landesverband – ganz im Sinne eines vorsorgenden Verbraucherschutzes – verstärkt dieser Thematik gewidmet. Seit 2004 führt er mit anfänglicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Projekt „Feste sicher feiern“ durch. Hiermit will er Vereinen hinsichtlich Lebensmittelhygiene und Lebensmittelsicherheit Hilfestellung geben. Dies geschieht in Form einer Broschüre als Leitfaden für die Vereine und durch hessenweit angebotene Schulungen.

Verantwortungsvolles Handeln

Bei den Schulungen nehmen die wesentlichen Hygieneregeln im Umgang mit Lebensmitteln einen breiten Raum ein. Dabei werden die internen Kompetenzen und Ressourcen des DHB-Landesverbandes und seiner Multiplikatoren bestens genutzt werden. Ebenfalls zum Informationsangebot gehören Empfehlungen auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen. Oft ist den Organisatoren von Festen nicht bewusst, dass im Schadensfall der Verein haftet. Deshalb werden ihnen alle wichtigen Regeln vermittelt wie Kontrolle des Wareneingangs, Einhalten der Kühlkette sowie ausreichendes Erhitzen und sachgemäßes Verarbeiten der Lebensmittel. Nur so ist verantwortungsvolles Handeln möglich.

Den Veranstaltern von Festen wird empfohlen, dass sich eine Person beim Gesundheitsamt nach dem Infektionsschutzgesetz belehren lässt. Unabhängig davon sollte vor Beginn einer Feier für alle Helfer eine Schulung obligatorisch sein, die zudem jährlich wiederholt werden sollte. Sie kann beim Landesverband gebucht werden; Hauswirtschaftsmeisterinnen mit langjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung führen sie durch. Eine von ihnen ist Christina Köppel, die seit Beginn des Projektes dabei ist. Als frischgebackene Meisterin hat sie seinerzeit Ideen in die Konzeption einfließen lassen. Inzwischen schätzen viele Teilnehmer ihre Kompetenz rund um die Lebensmittelhygiene. „Wichtig sind den Vereinen Beispiele aus der Praxis“, weiß sie. Sofort hat sie einen Fall parat: Kreuzkontamination! Bei einem Vereinsfest wurden Gänsebraten und Rotkraut an die Gäste ausgegeben. Anschließend gab es mehrere Personen, die sich mit Salmonellen infiziert hatten. Wie sich später herausstellte, fand die Infektion übers Rotkraut statt. Der Löffel, mit dem es ausgeteilt wurde, lag zwischenzeitlich immer wieder auf dem Teller, wo vorher die rohe, „befallene“ Gans gelegen hatte. Über Teller und Löffel fand so eine Übertragung auf das Rotkraut statt. „Kreuzkontaminationen sind total wichtig und werden oft unterschätzt“, ist die Erfahrung von Christina Köppel. Anhand solcher Beispiele ließen sich Risiken anschaulich machen aber auch Möglichkeiten zu ihrer Vermeidung aufzeigen. 

Gefahrenpotenziale und Hygienemaßnahmen aufzeigen

Um beim Auftreten Lebensmittel abhängiger Erkrankungen beweisen zu können, dass einwandfreie Produkte abgegeben wurden, empfiehlt der Landesverband, Rückstellproben von allen in Verkehr gebrachten Speisen zu nehmen und diese tiefgekühlt 14 Tage lang aufzubewahren. Die Vereine werden ebenfalls auf die große Bedeutung der persönlichen Hygiene von Helferinnen und Helfer aufmerksam gemacht. Denn: der Mensch mit seinen an den Händen haftenden Keimen ist Krankheitsüberträger Nummer eins. Schon durch einfache Maßnahmen wie gründliches Händewaschen werden die Erreger drastisch reduziert. Den Vereinen ist auch die Gefahr, die gerade in den Sommermonaten in puncto Hygiene besteht nicht immer bewusst. Krankmachende Keime, Viren und Mikroorganismen breiten sich unter den hohen Temperaturen rasant aus. Aus einem Bericht des aid-Infodienstes in Bonn geht hervor: Aus ursprünglich 10 000 Keimen pro 100 Gramm Kartoffelsalat können sich bei unsachgemäßer Aufbewahrung innerhalb von vier Stunden mehr als 2,5 Millionen Keime bilden. Diese Zahlen veranschaulichen wie extrem wichtig es ist, empfindliche Lebensmittel hinreichend zu kühlen. Wichtige Themen für die Schulung ist auch die optimale Ausstattung des Feststandes, der Aufbau einer Selbstbedienungstheke sowie die Reinigung und Desinfektion. Bei all diesen Fragen können die  Meisterinnen der Hauswirtschaft mit ihrem Fachwissen wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Die etwa zweistündigen Veranstaltungen werden direkt von den Vereinen oder auch von Vereinsringen, Bildungsträgern und Kommunen bei der Geschäftsstelle des Landesverbandes gebucht. Diese trifft dann die Absprachen mit den Referentinnen und versorgt sie mit allen erforderlichen Unterlagen einschließlich Medien für den Unterricht. Unabhängig von einer Schulung fordern viele Interessierte die Broschüre „Feste sicher feiern“ an. Sie stimmt im Wesentlichen mit den Inhalten der Schulung überein. Damit die Veranstalter an alles denken und rechtlich auf der sicheren Seite sind, finden sich darin auch praktische Pläne und Checklisten. Alles im Sinne eines gelungenen Festes und ohne böses Erwachen danach!

Bildung und Information sind selbstverständlicher Bestandteil der innovativen und zukunftsorientierten Arbeit des DHB. Gerade wenn es um Lebensmittelhygiene geht, kann der Verband vorhandene Ressourcen nutzen und wichtige Bildungsarbeit leisten.