Mehr Transparenz im Dschungel der Gütesiegel

Kürzlich sorgte das QS-Siegel für Schlagzeilen. Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) zeigten Lücken im Kontrollsystem des blauen QS-Siegels, das für Qualität und Sicherheit stehen soll – angeblich für alle Stufen des Produktionssystems „vom Landwirt bis zur Ladentheke“. Der BR berichtete nun aber von laxen Kontrollen bei Futtermitteln. Die Lebensmittelindustrie vergibt sich das Siegel selbst. „Die wenigsten Verbraucher wissen, dass das so gefeierte System vor allem auf Eigenkontrolle setzt. Und große Lücken hat“, so der BR. Die Lebensmittelindustrie suggeriert dem Verbraucher mit dem Siegel einen „Mehrwert“, den es aber nicht hat, so die Referentin Anja Sobczak vom Umweltinstitut in München. „Es werden einfach nur die gesetzlich geforderten Mindestanforderungen eingehalten, aber es geht gar nicht darüber hinaus.“  Aus unserer Sicht ist ein Siegel ohne „Mehrwert“ Augenwischerei. Für mehr Transparenz ist dringend Aufklärung vonnöten! Außerdem erneuern wir unsere Forderung nach mehr unabhängigen Kontrollen und bessere Ausstattung der Überwachungsbehörden. Außerdem sollten die gesetzlichen Vorgaben für die Eigenkontrollen verschärft werden. Nur so kann weiteren Lebensmittelskandalen ein Riegel vorgeschoben werden.