Hauswirtschaftsverbände fordern nachhaltige Bildung

Hauswirtschaftliche Alltagskompetenzen an die Schule

Den traditionellen Landfrauentag am 19. Juni 2013 auf dem Hessentag, an dem tausende Mitglieder und Gäste  darunter vor allem auch hessische Politiker und Politikerinnen in Kassel teilnahmen, nutzten die hauswirtschaftlichen Verbände in Hessen, um ihre Unterschriftensammlung an Ministerpräsident Volker Bouffier zu übergeben. 

Übergabe am Landfrauentag unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit

Die mit über 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besetzte Rothenbachhalle auf dem Messegelände in Kassel wurde von Schülerinnen und Schülern der Klasse 5 der Märchenschule aus Fuldabrück-Ihringshausen aus diesem Grunde regelrecht gestürmt.

Beladen mit Säcken, die symbolisch mit den über 15.000 Unterschriften gefüllt waren, mit Obst und Gemüse in den Händen und klappernden Kochtöpfen kamen die Jungen und Mädchen mit viel Radau auf die Bühne. Hier konnten sie zusammen mit den Vorsitzenden der hauswirtschaftlichen Verbände die Unterschriftenlisten an Ministerpräsident Volker Bouffier und Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich übergeben.

„Damit übernehmen Sie die Aufgabe, diesen Auftrag von verantwortungsvoll denkenden Bürgerinnen und Bürgern umzusetzen“, wandte sich Anne Mitschulat (DHB) an die beiden Spitzenpolitiker.

Der Verband der Meisterinnen der Hauswirtschaft, der hessische Landfrauenverband und der DHB – Netzwerk Haushalt Hessen hatten gemeinsam vor einem Jahr auf dem Hessentag in Wetzlar die Unterschriftensammlung gestartet, die zum Ziel hatte hauswirtschaftliche Alltagskompetenz als eigenständiges Unterrichtsfach an den allgemeinbildenden Schulen in Hessen zu etablieren.

Weil Termine mit der hessischen Kultusministerin nicht zustande kamen, sollte die Sammelaktion „unter großer öffentlicher Beteiligung nach einem Jahr am Landfrauentag in Kassel beendet werden“, so die Präsidentin des hessischen Landfrauenverbandes, Evelyn Moscherosch.

Warum ein eigenes Unterrichtsfach?

Hauswirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten helfen den Alltag besser zu organisieren und Geld zu sparen. Gerade unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen kann das von Vorteil sein. Über Fehl- und Mangelernährung wird geklagt, die große Gesundheitsschäden zur Folge haben. Lebensmittel werden aus Unkenntnis über Einkauf und Lagerung verschwendet oder vernichtet. Haushalte sind wegen mangelnder Kenntnisse überschuldet, viele Menschen leben auch in Deutschland unter unwürdigen Bedingungen.

„Unserem Appell, hier durch eine Unterschriftensammlung die Verantwortlichen in der Gesellschaft zu einer Veränderung aufzufordern, sind sehr viele Menschen gefolgt und haben die Listen unterzeichnet“, berichtet Elvira Köhler vom Verband der Meisterinnen der Hauswirtschaft. „Alle gesellschaftlichen Schichten haben sich an unserer Sammlung beteiligt, weil sie erkennen, dass diese Alltagskompetenzen nicht nur für den Einzelnen wichtig sind, sondern ein wirtschaftlicher Vorteil für unsere Gesellschaft allgemein darstellen und von großem Wert sind“, ergänzt Anne Mitschulat vom DHB – Netzwerk Haushalt Hessen.

Das nächste Gespräch werden die Vorstände der Verbände mit den politisch Verantwortlichen direkt nach der Landtagswahl im Herbst dieses Jahres führen. „An unserer Forderung halten wir fest, weil wir zum einen den gesellschaftlichen Nutzen sehen und uns zum anderen alle zum nachhaltigen Handeln für eine gesunde Zukunft unserer Kinder verpflichtet fühlen“, unterstreichen die drei Vorsitzenden Elvira Köhler, Evelyn Moscherosch und Anne Mitschulat ihr gemeinsames Anliegen.

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