Kennzeichnungspflicht bei Vereinsfesten

 Die neue Lebensmittelinformationsverordnung sorgt für Diskussionen rund um die Durchführung von Vereinsfesten. Anlass der Diskussionen ist die Definition, wann ein Vereinsfest als solches angesehen werden kann.

Der DHB – Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V.(DHB)  ist schon seit vielen Jahren im Bereich vorsorgender Verbraucherschutz tätig und hat sich der Thematik Vereinsfeste angenommen.

Dazu Anne Mitschulat, Landesvorsitzende des DHB:

"Wer gelegentlich und im kleinen Rahmen Lebensmittel handhabt, zubereitet, lagert oder Speisen zubereitet kann nicht als Unternehmen angesehen werden und fällt daher nicht unter die besagten Hygienevorschriften Der Begriff „gelegentlich“ ist nirgends verbindlich festgelegt. Als Orientierungswert setzt sich eine Grenze von zwei Ereignissen pro Jahr durch."

Dazu zählen dann z.B. Veranstaltungen von Kirchen und Schulen, auch Veranstaltungen anlässlich von Dorffesten oder Wohlfahrtsveranstaltungen, für die freiwillige Helfer Speisen  zubereiten.

Erfolgt die Zubereitung von Lebensmitteln hingegen in einem Umfang, der die Begriffe „gelegentlich“ oder „im kleinen Rahmen“ übersteigt, finden die gemeinschafts­rechtlichen oder nationalen Vorschriften  Anwendung. Das ist z. B. der Fall, wenn ein Sportverein häufig für eine unbestimmte Zahl von Zuschauern Speisen verkauft.

So unüberwindlich und bürokratisch diese Vorschriften zunächst wirken, lassen sie sich recht einfach umsetzen, so Mitschulat.  

Der Sportverein z.B. kauft seine Würstchen beim Metzger vor Ort, dann erhält er die Zutatenliste auf Nachfrage. Kauft er die Würstchen als abgepackte Ware im Supermarkt, stehen die Zutaten auf dem Aufdruck der Verpackung. Beide Informationen müssen dem Kunden in geeigneter Form zur Kenntnis gegeben werden. Gleiches gilt z.B. auch für die Brötchen zur Wurst.

Für die Selbstherstellung von Kuchen und Speisen empfiehlt der DHB , dass die Herstellerinnen und Hersteller mithilfe einer Check- oder Ankreuzliste die Allergene erfassen, die in den von ihnen hergestellten Speisen enthalten sind. Diese Zutaten müssen  den entsprechenden Speisen direkt zugeordnet werden.

„Eins ist absolut wichtig und unumgänglich im Umgang mit Lebensmitteln“, betont Mitschulat. „Egal ob Lebensmittelunternehmen oder Vereinsfest: die persönliche Hygiene und die Hygiene im Umgang mit Lebensmittenl müssen eingehalten werden. Im Umgang mit Lebensmitteln macht hier die Verordnung keinen Unterschied zum professionellen Unternehmen.“

Aufgrund der neuen Kennzeichnungspflicht sollte eine Schulung aller Helferinnen und Helfer eines Vereinsfestes vor Beginn obligatorisch sein. Sie sollte möglichst  jährlich wiederholt werden, da auch die handelnden Personen wechseln, empfiehlt die DHB-Vorsitzende.

Im Rahmen eines durch das Land Hessen finanzierten Projektes hat der DHB  Unterlagen für die Schulung von Vereinen erarbeitet und Multiplikatorinnen ausgebildet. Die DHB-Fachfrauen führen praxisnahe Schulungen vor Ort durch. durch. Die Teilnehmer werden so für die Thematik Allergenkennzeichnung, Lebensmittelhygiene, Ursachen für Lebensmittelverderb und Lebensmittelvergiftun­gen  sensibilisiert und über Verhaltensregeln informiert und aufgeklärt.

Nähere Informationen dazu  gibt es in der Landesgeschäftsstelle des DHB – Netzwerk Haushalt Landesverband Hessen in Korbach unter der Tel.Nr. 05631 5061800.

Momentan ist die Aufregung in den Vereinen noch groß, aber auch hier wird die Kennzeichnung, die zum Schutz der Verbraucher  gefordert wurde, bald zum Alltag gehören, ist sich Anne Mitschulat sicher.