Zu viel Dünger schadet

 Eigentlich ist Stickstoff – chemisch kurz N – kein Problem. Sogar unsere Atemluft besteht zum großen Teil daraus. Auch Pflanzen brauchen Stickstoff und die moderne Landwirtschaft kommt ohne stickstoffhaltigen Mineraldünger schon lange nicht mehr aus. Und hier beginnt das Problem, wie das Umweltbundesamt meldet: Allein in Deutschland gelangen jährlich etwa 4,2 Millionen Tonnen reaktiven Stickstoffs in den Kreislauf. Das sind etwa 50 kg pro Person und Jahr und eindeutig zu viel. Den Löwenanteil davon verursacht die kommerzielle Landwirtschaft, aber auch der Verkehr und Verbrennungsprozesse blasen Stickstoff in die Umwelt.

Die Folgen:

Zu viel Nitrat auf den Feldern, was sich bereits jetzt schon hier und da im Grundwasser wieder findet. Immer mehr Wasserversorger befürchten, dass in ihrem Wasserversorgungsgebiet bald nicht mehr genügend von Nitrat unbelastetes Grundwasser für die Trinkwassergewinnung bleibt. Dann müssten Wasserversorger das Nitrat technisch aus dem Grundwasser entfernen oder das Trinkwasser von weit herholen.

Zu viel Ammoniak und Feinstaub in der Atemluft und zu viel Lachgas, das die Ozonschicht schädigt und als Treibhausgas wirkt.


Auch im privaten Garten wird oft mehr gedüngt, als eigentlich nötig. Vor allem beim Anbau von Obst und Gemüse sollten Hobbygärtnerinnen und –gärtner mineralische stickstoffhaltige Düngemittel äußerst sparsam und gezielt einsetzen. Am besten düngen Sie nur so viel, wie die Pflanzen für ihr Wachstum wirklich benötigen und nur dann, wenn die Pflanzen die Nährstoffe aus dem Dünger auch aufnehmen können. Eine platzierte Düngung, also unmittelbar in der Nähe der Pflanzen hat sich als günstig erwiesen, um Nitrat-Auswaschungsverluste zu vermeiden. Auf der Verpackung kann man Hinweise zur Dosierung des Mineraldüngers finden. Streuen Sie zu viel Dünger auf Beete und Wiesen, besteht die Gefahr, dass die Pflanzen die Nährstoffe wegen der Versauerung des Bodens nicht aufnehmen können und der Stickstoff ins Grundwasser gelangt. Dort bildet sich das im Trinkwasser unerwünschte Nitrat.

An Stelle von Mineraldünger aus dem Chemiewerk nutzen Sie besser organischen Dünger wie Kompost, am besten aus dem eigenen Garten. Wer die Umwelt schonen will, setzt also auf Bio-Anbau – im eigenen Garten sowie beim Lebensmitteleinkauf! Infos zum Thema gibt es bei der Verbraucherberatung im DHB - Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V.

Quelle: Umweltbundesamt