Ernährungsseminare mit Schulklassen

Das Essverhalten in den Familien hat sich in den letzten Jahren stark verändert. In nur sehr wenigen Fällen wird gesundes Essen frisch zubereitet und regelmäßig gemeinsam gegessen. Wo früher ein Familienmitglied, meist die Mutter oder Oma, am Herd stand und kochte, werden heute oftmals nur eintönige Fertigprodukte in der Mikrowelle aufgewärmt. Kinder haben bei dieser Art der Nahrungszubereitung nur wenig positive Vorbilder, von denen sie sich Tipps und Kniffe abschauen können. Parallel zu den veränderten Kochgewohnheiten haben ernährungsbedingte Krankheiten enorm zugenommen. Der DHB will diesen Entwicklungen entgegensteuern und bietet im Projekt „Alltagskompetenzen“ Weiterbildungs­veranstaltungen rund um Ernährung und Haushalt an. Im vergangenen Jahr fanden mehr als 100 solcher Seminare statt. Neu war, dass ein sehr großer Teil davon für Schulkinder angeboten wurde, die eine wichtige Zielgruppe des DHB – Netzwerks Haushalt sind. DHB-Fachfrau Kerstin Decker, die diese Kurse leitete, ist der Ansicht: „Man kann gar nicht früh genug damit beginnen, Kindern zu zeigen, dass sie mit einfachen, oft preiswerteren und vor allem gesünderen Produkten sehr schmackhafte Gerichte selbst herstellen können.“ Sehr schön sei es, mit den Schülern neue Geschmackserlebnisse in Gruppenatmosphäre zu erproben.

In den handlungsorientierten Seminaren lernten die Kinder, wie Butter, Käse, Brot, Marmelade und Eingemachtes hergestellt werden. Wenn sie Nudeln kochten, dann waren die nicht aus der Tüte, sondern selbst hergestellt. Saisonale Produkte hatten unbedingt Vorrang und auf Lebensmittel mit Zusatzstoffen wurde möglichst ganz verzichtet. Im Frühling, Sommer und Herbst hatten die Kinder die Möglichkeit, Kräuter und Früchte selbst zu sammeln und zu verarbeiten. Sie lernten durch eigenes Ausprobieren die verschiedenen Küchentechniken wie Schneidtechniken, Garmethoden, Arbeitsplatz­vor­bereitung, Küchenhygiene und Arbeitsorganisation kennen. Auch Zeitmanagement stand auf dem Programm, denn schließlich musste am Ende des Seminars pünktlich alles wieder sauber und aufgeräumt sein. Zum Unterricht gehörte auch, dass jeweils eine Gruppe den Tisch schön deckte. Für die Mahlzeiten galten bestimmte Regeln: Es wird gemeinsam angefangen, jeder bleibt solange sitzen, bis alle fertig sind und nimmt nach dem Essen sein Geschirr mit in die Küche.

Projekt Alltagskompetenzen, DHB-Netzwerk Haushalt Hessen

Teilnehmende Schulen waren die Mittelpunktschule in Adorf und die Schlossbergschule in Rhoden. Die Schüler kamen aus Grundschulklassen sowie aus der sechsten und siebten Klasse. Bei allen Altersgruppen kamen die Seminare gut an, und nach Aussage einiger Kinder profitierten auch die Eltern von diesem Unterricht, denn einige Schüler kochten zuhause kleine Gerichte nach oder deckten am Wochenende den Tisch. Das Schulprojekt wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Der DHB geht davon aus, dass dies demnächst auch im hessenweiten Umfeld möglich sein wird. Das neue Projekt „Werkstatt Ernährung“, das vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) und dem Hessischen Kultusministerium zusammen mit verschiedenen hessischen Verbänden und Institutionen entwickelt wurde, trägt, so hofft der DHB, auch dazu bei, an den Schulen eine größere Akzeptanz und Sensibilität für das Thema zu schaffen.

Projekt Alltagskompetenzen, DHB-Netzwerk Haushalt Hessen

Bilanz 2011

Neben diesen Schulprojekten fanden 2011 auch wieder die bewährten Seminare für Erwachsene und Jugendliche statt. Dazu gehörten der Haushaltsführerschein und das Seminar „Kleider machen Leute“, das ebenfalls großen Zuspruch fand.

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