Multitalent Kürbis

Früher kannte man ihn hauptsächlich süß-sauer eingelegt. Inzwischen hat man aber die wahren Werte des Kürbis erkannt und bereitet ihn in den unterschiedlichsten Variationen  zu. Grund für seine Vielseitigkeit: der milde Geschmack und das große Sortenspektrum.

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen Suppen und Eintöpfe, aber auch als Gemüse, Chutney und sogar als Nachtisch oder Kuchen macht das Herbst- und Wintergemüse eine gute Figur. Es lässt sich dünsten, backen, braten, grillen und einlegen – es gibt kaum eine Zubereitungsart, für die es nicht geeignet ist. Deshalb ist es kein Wunder, dass der Kürbis so großen Anklang findet.

Kürbiscremesuppe

Fruchtfleisch, Kerne und Öl
Das Multitalent weist auch viele gesundheitliche Pluspunkte auf. Es ist kalorienarm und enthält viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. In hundert Gramm Fruchtfleisch sind nur 25 kcal enthalten – ideal für Figurbewusste. Den hohen Carotingehalt erkennt man schon äußerlich an der rötlichen Farbe. Weitere Inhaltsstoffe sind B-Vitamine und Vitamin E. Da er viel Kalium und wenig Natrium enthält,  wirkt er leicht entwässernd. Die im Fruchtfleisch enthaltene Kieselsäure wirkt positiv auf Haut und Haare. Aber nicht nur das Fruchtfleisch ist gesund, sondern auch die Kerne. Sie enthalten unter anderem sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, insbesondere Phytosterine, die sich positiv auf Harnwegs- und Prostataleiden auswirken und zudem den Cholesterinspiegel senken sollen. Das Kürbiskernöl, das in der Regel aus Ölkürbissorten gewonnen wird, hat eine gesunde Fettsäurezusammensetzung. Es enthält nur wenig gesättigte, dafür aber viele ungesättigte Fettsäuren – mehr als fünfzig Prozent sind sogar mehrfach ungesättigt. Das Öl, das sich hervorragend für Salatsoßen eignet, rundet außerdem eine fertige Kürbissuppe geschmacklich ab. Es sollte aber nicht erhitzt und möglichst in einer dunklen Flasche aufgehoben werden.

Wer hätte das gedacht: botanisch gesehen sind Kürbisse Beeren. In der Pflanzenwelt gibt es keine größeren. Auf der Kürbisausstellung in Ludwigsburg brachte es 2012 ein Exemplar auf sage und schreibe 762 Kilogramm! Übrigens ist der Kürbis ein Verwandter von Zucchini, Gurken und Melonen.

Große Vielfalt an Formen und Farben
Bei den Kürbissen unterscheidet man:
Speisekürbisse – sie können gegart, eingelegt und sogar roh gegessen werden.
Ölkürbisse – ihre Samen bestehen zu etwa 50 Prozent aus hochwertigem Öl.
Zierkürbisse – sie sind nicht genießbar, weil sie bestimmte Bitterstoffe enthalten.

Bei den Speisekürbissen ist der Hokaidokürbis aktuell wohl der beliebteste. Er zeichnet sich durch seine dünne Schale aus, die beim Kochen weich wird. Deshalb muss er auch nicht geschält werden. Der Klassiker ist der Gartenkürbis, relativ neu sind dagegen Spaghettikürbis, birnenförmige Butternusskürbisse und mehrfarbig gestreifte Bischofsmützen. An Größe kaum zu übertreffen ist der Riese oder Deutsche Zentner, der sich durch sein weiches, wasserreiches, gelbes Fruchtfleisch auszeichnet. Bei dieser Vielfalt dürfte für jeder Kürbisfan fündig werden.

Tipps für Einkauf und Lagerung

Woran erkennt man eigentlich, ob ein Kürbis richtig reif ist? Eine reife Frucht klingt hohl, wenn man gegen die Schale klopft. Kürbisse können lange gelagert werden, kühl und trocken aufbewahrt, sind sie bis ins nächste Frühjahr haltbar. Allerdings sollte bei längerer Lagerung darauf geachtet werden, dass die Früchte keine Druckstellen aufweisen oder beschädigt sind, sonst faulen sie schnell. Kleine Kürbisse sind großen  vorzuziehen, weil sie oft aromatischer sind und weniger Fasern enthalten. Wer nicht die komplette Frucht auf einmal verarbeitet – was häufig der Fall ist – kann Reste verpackt ein oder zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren oder sie einfrieren.

Doch jetzt geht's ans Kochen! Vielleicht wollen Sie ja auch die leckere Kürbiscremesuppe mit Ingwer nach einem Rezept von unserer Ernährungsfachfrau Bianka Häußler aus Korbach ausprobieren?

 

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