„Soll man überhaupt noch Reis essen? Gibt es Reis, der weniger belastet ist? Welche Ersatzprodukte gibt es?“

Reis ist für viele Menschen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung und auch in der Baby- und Kleinkindernährung kommen Reisprodukte häufig zum Einsatz. Hier sind zum Beispiel die runden Reiswaffeln eine beliebte und schmackhafte Alternative zum süßen Keks am Nachmittag. Auch Menschen, die an Glutenunverträglichkeit bzw. Zölialkie leiden, greifen gerne auf Reisprodukte zurück. Reis kann damit in Abhängigkeit von den Ernährungsgewohnheiten erheblich zur Gesamtaufnahme gesundheitsschädlicher Arsenverbindungen beitragen.

Grundsätzlich gilt: Maximal 2 Portionen Reis pro Woche als Beilage in einer Mahlzeit entsprechen den Empfehlungen des BFR, Reis nur in Maßen zu konsumieren. Weitere Reisprodukte, wie Reiswaffeln und Reismilch, zusätzlich zur wöchentlichen Reisbeilage sollten jedoch vorsichtshalber reduziert werden.
Dies gilt auch für die Beikosternährung von Säuglingen. Bei der Zubereitung von Babybreien können Eltern anstatt Reis, lieber auf Breizutaten aus anderen Getreidearten zurückgreifen. Zur Auswahl stehen hier u. a. Haferbreie, Hirsebreie, Dinkelbreie und Grießbreie, die in der Regel aus Weizen sind.

Verbraucherinnen und Verbraucher, die auf Gluten mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren, sollten bei der Wahl von glutenfreien Getreiden eine einseitige Ausrichtung auf Reis und Reisprodukte vermeiden. Alternativ stehen andere glutenfreie Getreidearten wie Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa zur Verfügung.

Anorganische Arsenverbindungen, die in größeren Mengen in Reiskörnern und Reisprodukten festgestellt wurden, sind als krebserregend klassifiziert. Eine langfristige Aufnahme vergleichsweise kleiner Mengen kann zu Hautveränderungen, Gefäß- und Nervenschädigungen führen, entwicklungstoxisch wirken sowie Herzkreislauferkrankungen fördern.

 Arsen kommt natürlicherweise in Böden, Grund- und Oberflächenwasser vor und kann entsprechend von Pflanzen aufgenommen werden. Aufgrund der besonderen

Anbaumethoden, die Reispflanzen stehen beim Nassreisanbau ca. 20 cm im Wasser, weisen Reis und somit auch Reisprodukte im Vergleich zu anderen Getreidearten höhere Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen auf. Wie stark der Reis belastet ist, hängt vor allem von den Bedingungen in den jeweiligen Anbaugebieten und auch von der Reissorte ab. Weist das Bewässerungswasser hohe Gehalte an Arsenverbindungen auf, schlägt sich dies auch in höheren Gehalten in den Reiskörnern nieder. Folglich schwankt der Gehalt an Arsenverbinden im Reis je nach dem Arsengehalt von Boden und Wasser der Regionen, in denen er angebaut wird.

Da sich anorganisches Arsen, ähnlich wie Vitamine und Mineralstoffe, besonders in den Randschichten des Reiskorns anreichert, weist Naturreis höhere Gehalte auf als weißer Reis, bei dem die Randschichten weitgehend entfernt sind. „Normalerweise empfehle für eine ausgewogene Ernährung die Verwendung von ballaststoff- vitamin- und mineralstoffreichem Naturreis“, so die Ernährungsexpertin des DHB. „Um eine unnötige Arsenbelastung auszuschließen rate ich jedoch derzeit zum Kochen mit Parboiled-Reis.“ Beim Parboiled-Reis werden vor dem Schälvorgang ca. 80% der Vitamine und Mineralstoffe aus der Schale in das Innere des Reiskorns gepresst. Er ist somit ernährungsphysiologisch wertvoller als geschälter weißer Reis.

Zum 01. Januar 2016 ist, durch einen Beschluss der Europäischen Kommission, die Einführung von Höchstgehalten für anorganisches Arsen in Reis geplant.

Reis sollte auch weiterhin Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Risiken durch Schadstoffe lassen sich am besten vermeiden, indem man sich abwechslungsreich ernährt und auf einen hohen Anteil an Gemüse und Obst achtet. Denn diese enthalten Stoffe, die die Entgiftungsfunktionen des Körpers anregen können.