Fischverzehr - auf Nachhaltigkeit achten!

Fisch ist eine wichtige Fastenspeise und kommt deshalb bei vielen Familien in der Karwoche und ganz besonders am Karfreitag auf den Tisch. Aber auch zu anderen Zeiten wird immer mehr Fisch gegessen. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland ist inzwischen auf 16 Kilogramm pro Jahr angestiegen. Kein Wunder, denn Fisch gilt als gesund und ist wichtig für die Versorgung mit Jod und Omega-3-Fettsäuren, einem besonders gesunden Fettbestandteil. Ernährungsexperten raten deshalb zu ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche.

Der Lieblingsfisch der Deutschen ist Alaska-Seelachs, gefolgt von Hering, Lachs und Thunfisch. Doch die steigende Nachfrage gefährdet die Fischbestände der Weltmeere. Nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF sind 80 Prozent der weltweiten Fischbestände von Überfischung bedroht. Darum sollte der Fischkonsum sorgsam ausgewählt werden. Ein Einkaufsratgeber des WWF listet auf, welche Fischsorten aus welchen Fanggebieten noch mit gutem, ökologischem Gewissen konsumiert werden können. ( www.wwf.de/fischratgeber)

Eine gute Orientierung bietet auch das blaue MSC-Siegel für nachhaltige Fischereiprodukte. Immer mehr Fischereien lassen sich entsprechend zertifizieren. Voraussetzung dafür ist: Es darf nur soviel gefischt werden, wie nachwächst, und überfischte Bestände sind so zu bewirtschaften, dass eine Erholung möglich ist. Deutsche Verbraucher finden mittlerweile mehr als 800 MSC-Produkte in den Kühlregalen, Tiefkühltruhen und Fischtheken des Handels.

Neben den bereits genannten beliebten Speisefischen aus dem Meer wird in den letzten Jahren der Süßwasserfisch Pangasius bei den Verbrauchern immer populärer. Dieser stammt meistens aus Aquakulturen in Südostasien. Die Pangasius-Zucht ist aber in Verruf geraten, denn mit ihr entstehen Umweltprobleme, wie beispielsweise die Verschmutzung der Gewässer mit Chemikalien und Antibiotika. Außerdem trägt der hohe Einsatz von Fischöl und -mehl als Futter auch zur Überfischung bei. Weiterer Nachteil: Der Kahlschlag von wertvollen Mangrovenwälder, die die Kinderstube vieler Fischarten sind. Um diese Belastungen zu verringern, haben verschiedene Interessengruppen in den letzten Jahren gemeinsam Standards für nachhaltige Aquakulturen erarbeitet. So gibt es seit kurzem analog zum blauen MSC-Siegel für Wildfisch ein neues für Aquakultur, das ASC-Siegel mit dem Fisch-Logo auf türkisfarbenen Grund. Bislang sind solche Produkte allerdings noch selten im Handel zu finden. Zuchtfisch aus Bio-Aquakultur ist eine gute Alternative, die Standards sind dabei sogar noch strenger.

Muss es überhaupt immer mehr Fisch sein? Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO gilt Deutschland nicht mehr als Jodmangelgebiet. Nach der Nationalen Verzehrstudie II wird die Jodversorgung hauptsächlich über jodiertes Kochsalz, Milch und Fleisch sicher gestellt. Eiweiß nehmen die Bundesbürger ohnehin mehr als genug auf. Der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren kann laut Bundesinstitut für Risikobewertung auch über Raps-, Walnuss- oder Leinöl sowie Walnüssen und Leinsamen gut gedeckt werden. Gesundheits- und umweltbewusste Verbraucher sollten also lieber seltener, dann aber zu Fisch aus nachhaltiger Fischerei greifen.

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