Gezielt lüften im Sommer

Schwül heißes Wetter. Jeder Luftzug ist willkommen. Da ist es doch am besten, die Fenster den ganzen Tag geöffnet zu haben, oder? „Nicht unbedingt", lautet die Antwort unserer Verbraucherberaterinnen. Stehen die Fenster nämlich den ganzen Tag über auf Kipp, kann das in kühlen Räumen und besonders im Keller böse Folgen haben.

Gerade in gut gedämmten Häusern herrscht bei hochsommerlichen Temperaturen zwischen Außen- und Innenluft ein großer Temperaturunterschied. Die Luft draußen ist heiß und dazu noch feucht, die Temperaturen im Innern sind deutlich kühler. Stehen die Fenster offen, strömt die warme, feuchte Luft nach innen und kondensiert an den kühlen Wänden. Kann die Feuchtigkeit dort nicht abgeführt werden, fördert das auf Dauer die Bildung von Schimmelpilzen. Die mögen es bekanntlich gerne feucht. Luftfeuchtigkeit von über 65 Prozent bietet ihnen optimale Lebensbedingungen. Als Nahrungsquelle dienen Tapeten, Holz, Putz und andere Baustoffe. Bevorzugt nisten sich die lästigen Mikroben in Badezimmern und Kellerräumen ein, aber auch Schlaf- und Wohnräume bleiben nicht verschont.

Statt Dauerlüften öfter mal kräftig Durchzug machen, empfiehlt Stiftung Warentest. Möglichst drei- bis viermal täglich! Dazu sollten die Fenster wenigstens fünf Minuten ganz aufgemacht werden, so dass die Frischluft quer durch die Wohnung wehen kann. Diese Stoßlüftung ist wirksamer als ein Fenster lange auf Kippstellung stehen zu lassen. Optimale Zeiten fürs Lüften bei Hitze sind abends, während der Nacht oder am frühen Morgen, wenn die Luft weniger aufgewärmt ist und meist auch weniger Feuchtigkeit enthält. Für Kellerräume gelten verschärfte Bedingungen und gerade hier ist weniger mehr – zumindest im Hochsommer. „An warmen, schwülen Sommertagen können ständig geöffnete Kellerfenster mehr schaden als nützen", so Stiftung Warentest. Denn die warme Luft bringt viel Feuchtigkeit mit sich, die sich an den kalten Kellerwänden abkühlt und dort kondensiert. So erziele man einen ähnlichen Effekt wie an einer Getränkeflasche, die man im Sommer aus dem Kühlschrank holt und an der sich die Feuchtigkeit der warmen Luft niederschlägt.

Für die Mitarbeiterinnen aus den örtlichen Verbraucherberatungsstellen des DHB ist das Thema Feuchtigkeit, Schimmel und Lüften ein "Dauerbrenner". Rund ums Jahr gehen viele Anfragen von ratsuchenden Verbrauchern ein. Die Fachfrauen geben gerne hilfreiche Tipps, verraten Tricks und versorgen Sie mit Informationsmaterial.

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