Quecksilber in Energiesparlampen - Wohin damit?

Immerhin 70 Prozent der Bundesbürger wissen, dass Energiesparlampen nicht in den Hausmüll gehören. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Initiative „Sauberes Licht, sauber recycelt".

Die tatsächliche Sammelquote sieht aber offensichtlich ganz anders aus. Wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ermittelte, werden nur 10 bis 20 Prozent der in Privathaushalten genutzten Energiesparlampen fachgerecht entsorgt. Damit gehört der „Weltmeister" im Altpapiersammeln und Mülltrennen in dieser „Disziplin" in Europa zu den Schlusslichtern. Ein Grund dafür sieht die DUH im Fehlen von Sammelstellen. Es gebe nur wenige Geschäfte, die Energiesparlampen zurücknehmen. So müsse der Kunde deshalb zu den kommunalen Sammelstellen fahren.

Während der normalen Nutzung der Lampen ist das darin enthaltene Quecksilber absolut unschädlich – und für das Funktionieren notwendig. Der Gehalt liegt bei zwei bis maximal fünf Milligramm Quecksilber pro Lampe und die Hersteller versuchen diesen weiter zu verringern. Im Vergleich dazu: ein altes Fieberthermometer enthält ca. 1000 Milligramm.

Herkömmliche Glühlampen enthalten zwar kein Quecksilber, dennoch sorgen sie für mehr Quecksilber-Emissionen. Denn der größte Teil des Quecksilbers, das Jahr für Jahr ins Ökosystem gelangt, wird bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken ausgestoßen. Und die müssen das Vierfache an Leistung bringen, um eine Glühlampe statt einer Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen. Dadurch geraten auch mehr Schadstoffe in unsere Atmosphäre.

Nur wenn Energiesparlampen nicht fachgerecht entsorgt werden oder im Haushalt zerbrechen, entweicht das Quecksilber in die Umwelt. Da Quecksilber bei normaler Zimmertemperatur langsam verdampft und damit in die Luft gelangt, sollten die bei einem solchen Missgeschick entstandenen Scherben mit Pappe oder feuchten Papiertüchern  vorsichtig aufgesammelt werden. Aber keine Panik – die Konzentration ist dabei gering und liegt deutlich unterhalb der in Deutschland geltenden Grenzwerte. Das Zimmer sollte dann 15 Minuten kräftig gelüftet werden. Scherben, Tücher etc. verpackt man luftdicht in einer Plastiktüte oder in einem Schraubglas und entsorgt alles bei der nächsten Sammelstelle.

zurück zur Übersicht >