Verbrauchertipp 15. Juni 2012

Reisemängel beweisen

Die schönste Zeit des Jahres beginnt für Viele: der Urlaub. Damit Ärger und Frust vor Ort so gering wie möglich bleiben, gibt die Verbraucherberatung in Korbach letzte Tipps mit ins Gepäck. Ärger sei vor allem bei kurzfristigen Buchungen vorprogrammiert, wenn den Katalogabbildungen und -beschreibungen blindlings vertraut und nicht hinterfragt werde, so Liane Reichhart, Leiterin der Verbraucherberatung im DHB – Netzwerk Haushalt in Korbach. Wer erst am Reiseziel bemerke, was sich hinter einer guten Verkehrsanbindung, zweckmäßigen Unterkunft oder den landestypischen Eigenheiten verberge, der erhole sich unter Umständen nicht richtig. Ob es sich hierbei um einen Mangel handele, sei dann nur schwer zu beweisen.

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Liege jedoch eine berechtigte Reklamation vor, sei der Reiseleiter vor Ort immer der erste Ansprechpartner und müsse informiert werden. Damit die vereinbarten Leistungen besser eingefordert werden können, empfiehlt die Beraterin alle bestätigten Reise-/Katalogbeschreibungen mitzunehmen. Auch bei Sprachproblemen solle mit einer Mängelanzeige nicht bis nach dem Urlaub gewartet werden. „Zunächst muss eine Nachbesserung möglich gemacht werden“, erklärt Liane Reichhart. Sei die nur oberflächlich erfolgt, sollte nicht voreilig eine Verzichtserklärung auf weitere Regressansprüche unterschrieben werden. Könnten Unannehmlichkeiten nicht sofort zufrieden gestellt werden, sei eine Fristsetzung zu empfehlen und Beweise zu sichern. Mithilfe von Fotos, Videos und Zeugenaussagen könnten nach der Rückkehr etwaige Schadensersatzansprüche oder Reisepreisminderungen erreicht werden. Die müssten dann innerhalb von vier Wochen dem Reiseveranstalter schriftlich mitgeteilt werden.  Wer die Reise aus lauter Ärger und Frust vorzeitig abbreche, riskiere laut Reichhart, auf den zusätzlichen Kosten sitzen zu bleiben.

Nicht selten informieren Reiseveranstalter vorab über Änderungen. Das können Flugverschiebungen, Ersatzhotels oder abgewandelte Reiserouten sein. Solange diese zumutbar seien müssten sie akzeptiert werden. Entfielen jedoch vereinbarte Leistungen, solle umgehend schriftlich ein  gleichwertiger Ersatz mit Fristnennung verlangt werden. Könne der Ersatz nicht zugesichert werden, käme auch eine Kündigung ohne Stornokosten infrage. Werden die mitgeteilten Änderungen angenommen, verzichte man bereits im Vorfeld auf Ansprüche daraus.

Individuelle und unabhängige Hilfe bieten die Beraterinnen in Korbach bei der Formulierung von Forderungen oder beraten zur Vorgehensweise. Rechtsberatung gibt es durch eine Juristin nach Terminvereinbarung. Die Beratungsstelle befindet sich im Bürgerhaus, Eingang Unterstraße und ist dienstags und donnerstags von 9.00 – 12.00 Uhr und mittwochs von 15.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten ist auch eine telefonische Beratung unter 05631 / 53971 möglich.