Durstlöscher Wasser – aus der Leitung oder Flasche?

 

Wasser ist das Getränk erster Wahl, wenn es um die Versorgung mit Flüssigkeit geht. Wer zu wenig trinkt, wird schnell müde und kann sich schlecht konzentrieren. Bei Flüssigkeitsmangel wird dem Blut und dem Gewebe zunehmend Wasser entzogen. Das Blut wird dickflüssiger. Das kann zu Kopfschmerzen und Verstopfung führen, bei älteren Menschen sogar zu Verwirrtheit.

Unser Körper besteht etwa zur Hälfte aus Wasser. Dabei erfüllt es viele Funktionen, z.B. reguliert es die Körpertemperatur und transportiert Nährstoffe. Die Niere scheidet mit Hilfe von Wasser Abbauprodukte aus. Wasserverluste durch Atmen, Schwitzen und Ausscheidung müssen regelmäßig ersetzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Trinkmenge von rund 1,5 Litern Wasser oder anderen kalorienfreien bzw. kalorienarmen Getränken, wie ungezuckerte Früchte- und Kräutertees sowie selbst gemachte Fruchtsaftschorlen (1 Teil Saft und 3 Teile Wasser). Aber auch Kaffee und schwarzer Tee zählen bei der Flüssigkeitsbilanz mit.

Bei großer Hitze, Krankheit oder sportlicher Aktivität verlangt der Körper besonders viel Flüssigkeit. Auch Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf. Achten Sie auf Ihr Durstgefühl, denn Durst ist ein Zeichen für Flüssigkeitsmangel.

 

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Leitungswasser ist preiswert (im Schnitt ca. 0,2 Cent pro Liter) und gilt in Deutschland als das am besten überwachte Lebensmittel. Das Wasser aus der Leitung hat laut Bericht des Umweltbundesamts eine gute Qualität und ist sicher, trotz vereinzelter Probleme, z.B. mit dem Nitratgehalt. Nitrat gelangt vor allem über Düngemittel ins Grundwasser. Aus Nitrat kann im Magen-Darm-Trakt das problematische Nitrit entstehen, daher sollten die Werte so niedrig wie möglich sein. Die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung werden aber durch die Wasserversorger der Gemeinden überall eingehalten. Nach aktuellem Forschungsstand ist auch eine Infektion mit dem Coronavirus über Trinkwasser ausgeschlossen. Informationen zur Qualität ihres Trinkwassers bekommen Verbraucher bei ihrem Wasserversorger.  Dennoch kann die Trinkwasserqualität in der Haus-Installation beeinträchtigt sein. Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kitas, Kliniken und Hotels werden regelmäßig durch die Gesundheitsämter überwacht. Dabei kommt es leider häufiger zu Beanstandungen. Hier können sowohl chemische Parameter den Grenzwert überschreiten (z.B. Eisen, Kupfer, Phosphate) als auch mikrobiologische (z.B. Legionellen, Pseudomonas, coliforme Keime). Ursachen liegen dabei meist in einer unzureichenden Anlagenwartung oder die Anlage entspricht nicht den Regeln der Technik.

Generell gilt, wurden Leitungen längere Zeit nicht benutzt, sollte man sie vor der Wasserentnahme durchspülen. Das Umweltbundesamt rät: Lassen Sie Trinkwasser, das 4 Stunden oder länger in der Leitung gestanden hat, kurz ablaufen bis es etwas kühler über die Finger läuft.

Auch die Stiftung Warentest und Ökotest beurteilen jährlich im Wechsel die Qualität von Trinkwasser und Mineralwässern verschiedener Sorten (still, medium oder classic). Von Mineralwasser erwartet der Verbraucher eine besondere Reinheit. Mineralwässer müssen amtlich anerkannt werden, d.h. sie dürfen den Titel Mineralwasser nur tragen, wenn sie aus sehr tiefen und geschützten Quellen stammen und nur sehr wenig behandelt werden. Die in der Mineral- und Tafelwasserverordnung geforderte „ursprüngliche Reinheit“ wird zwar von vielen Produkten erreicht, aber nicht von allen, wie die Testergebnisse gezeigt haben. Insbesondere stille Mineralwässer wurden manchmal von den Testern abgewertet, da sie zu viele Keime enthielten. Mineralwässer, die keine Kohlensäure enthalten, sind anfälliger für Keimwachstum. Auch einige „Bio-Wasser“- und „Baby-Wasser“-Sorten sind mit zu hoher Keimbelastung aufgefallen. Daher empfiehlt die Stiftung Warentest Babynahrung zur Sicherheit nur mit abgekochtem Wasser zuzubereiten. Alle Testergebnisse können in den DHB-Verbraucherberatungsstellen eingesehen werden.

 

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Manche Mineralwassersorten enthalten übrigens weniger Mineralstoffe als die meisten Trinkwasserproben. Allerdings trägt der Mineralstoffgehalt des Wassers nur geringfügig zur Nährstoffversorgung bei. Feste Lebensmittel sind die wichtigste Mineralstoffquelle für den Menschen.

Beim Vergleich in Sachen Klimaschutz und Umweltbelastung ist das Trinkwasser der klare Sieger.  Die Verbraucherzentrale betont, die Klimabelastung durch Mineralwasser sei in Deutschland durchschnittlich 600-mal höher als durch Leitungswasser. Verantwortlich dafür sind Verpackung, Abfüllung und vor allem der Transport von Mineralwasser. Leitungswasser benötigt keine Verpackung, hinterlässt keinen Abfall und muss nicht über Hunderte Kilometer transportiert werden.  Glasflaschen werden bis zu 50-mal wieder befüllt, PET-Mehrwegflaschen nur bis zu 25-mal und die beliebten PET-Einwegflaschen werden leider bisher nur zu rund 30 Prozent recycelt. Trotzdem haben die schwereren Glasflaschen nur dann eine bessere Öko-Bilanz, wenn das Wasser aus der Region stammt und sie nicht weit transportiert werden müssen. Leitungswasser hat also viele Vorteile, aber am Ende entscheidet auch der persönliche Geschmack.