Sparen durch Anbieterwechsel?

Anbieterwechsel oder Zahlungsaufschub beantragen – Tipps der DHB-Verbraucherberatung

 

Viele Verbraucher müssen gerade jetzt infolge der Corona-Pandemie besonders sparen, da sie z.B. von Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit betroffen sind. Sie werden nach Einsparmöglichkeiten suchen.   

Mancher könnte  auf die Idee kommen, bei der Versorgung mit Strom oder mit Telefon und Internet zu einem preiswerteren Anbieter zu wechseln. „Da gilt es zwei Dinge zu beachten“, so Sabine Hentschel von der DHB-Verbraucherberatung in Dieburg.

Zum einen ist ein Wechsel nur möglich, wenn die Vertragslaufzeit bald zu Ende geht und die vereinbarte Kündigungsfrist noch eingehalten werden kann.

Zum anderen stehen Verträge der Grundversorgung (Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation), die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden unter einem besonderen Schutz. Wer diese existenzsichernden Verträge nicht bedienen kann, darf die Zahlungen aufschieben. 

Diese neue Regelung hat die Bundesregierung erlassen, um die finanzielle Belastung für Verbraucher in Folge der Corona-Pandemie abzufedern. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben – die vertraglichen Zahlungen müssen später nachgeholt werden“, erklärt die Beraterin. „Bevor Sie die Zahlungen einstellen, müssen Sie sich unbedingt schriftlich auf das neue sog. Leistungsverweigerungsrecht berufen und darlegen, dass die Zahlungsschwierigkeiten durch die Corona-Krise ausgelöst wurden und dass Ihnen ein angemessener Lebensunterhalt ansonsten nicht mehr möglich ist.“

Sabine Hentschel rät: „Man sollte jetzt nur dann über einen Vertragswechsel nachdenken, wenn man sicher ist, den neuen Vertrag auch in Zeiten der Corona-Pandemie finanzieren zu können. Denn für neu abgeschlossene Verträge gilt dieses Leistungsverweigerungsrecht nicht.“