Redirect Verfahren                              

Im September letzten Jahres berichtete die Zeitschrift „Finanztest“ über tausende Mobilfunkkunden, die falsche oder zu hohe Abrechnungen von ihrem Mobilfunkanbieter für nicht bestellte Drittanbieterdienste erhalten hatten. Über die Handyrechnung wurde Geld für Spiele, Videos, bewegliche Smileys oder nicht näher benannte“ Sonderdienste“ abgebucht, ohne dass die Kunden überhaupt wussten, dass sie etwas bestellt hatten.

Zum Schutz vor solchen Abofallen und betrügerischen Abrechnungen hat die Bundesnetzagentur nun neue Regeln für Mobilfunkprovider eingeführt. Wenn diese weiterhin Leistungen von und für Drittanbieter abrechnen wollen, müssen sie bis spätestens zum 01.02.2020 das sogenannte Redirect Verfahren eingeführt haben. „Redirect“ bedeutet eine Umleitung auf eine andere Internetseite. Die Kunden werden also vor dem Bezahlen einer Drittanbieterleistung auf eine sichere Internetseite des Mobilfunkanbieters umgeleitet, wo sie alle relevanten Produktinformationen finden und den Kauf ausdrücklich bestätigen müssen.

Die Bundesnetzagentur gewährt den Mobilfunkprovidern aber auch eine Alternative zum Redirect Verfahren, wenn sie verschiedene festgelegte verbraucherschützende Maßnahmen einrichten. Dieses auch „Kombinationslösung“ genannte Modell setzt sich aus verschiedenen Schutzmechanismen zusammen, wie Registrierung, Login, Geld-zurück-Garantie. Bei letzterem muss der Provider dem Kunden die zu Unrecht belasteten Beträge zurückerstatten.

Wer aber grundsätzlich weder Leistungen noch Dienste über seine Handyrechnung bezahlen möchte, kann von seinem Provider nach wie vor eine Drittanbietersperre einrichten lassen.